Grundwasserversalzung in den Einzugsgebieten der Berliner Wasserbetreibe – Eine physikochemische Charakterisierung

Christoph Pflug1
1 AB Hydrogeologie, Freie Universität Berlin

P 19.2 in Young Hydrogeologists forum

Die Wasserversorgung der Stadt Berlin wird fast ausschließlich aus dem eigenen Stadtgebiet sichergestellt, was eine Besonderheit in Deutschland darstellt. Das geförderte Rohwasser setzt sich hierbei durchschnittlich zu 60% aus Uferfiltrat, zu 30% aus Grundwasserneubildung und zu 10% aus Grundwasseranreicherung zusammen. Die im Raum Berlin genutzten überwiegend quartären Grundwasserleiter werden durch eine geringdurchlässige Schicht des Unteroligozäns, dem Rupelton, von tiefen Salinarwässern getrennt. An tektonisch- oder erosionsbedingten Fehlstellen des Rupeltons kann es zu einem Aufstieg des Salzwassers in das süßwasserführende Grundwasserstockwerk kommen. Die Gefahr des Salzwasseraufstiegs wird durch die hydraulische Entlastung im Bereich von Wasserwerksbrunnen verstärkt. Die Beeinflussung der Rohwasserbeschaffenheit von Brunnen mehrerer Wasserwerke durch tiefe salinare Wässer ist ein seit Jahrzehnten bekanntes Problem. Ziel dieser Arbeit ist es, den Prozess der geogenen Grundwasserversalzung im Einzugsgebiet der Wasserwerke der Berliner Wasserbetriebe (BWB) im Detail zu untersuchen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der hydrochemischen, sowie isotopenphysikalischen (d2-H, d18-O, ggf. 14-C) Analyse salzbeeinflusster Grundwässer aus tief ausgebauten Grundwassermessstellen. Durch die Charakterisierung dieser Wässer können Rückschlüsse auf den Ursprung und die Genese der Salzwässer gezogen und gegebenenfalls regionale Unterschiede herausgearbeitet werden. Ferner sollen Mischungsanteile von Salzwässern in auffälligen Brunnen abgeschätzt werden. Für die Bewertung stehen umfangreiche hydrochemische Datensätze der BWB zu Trinkwasserbrunnen und flachen Grundwassermessstellen zur Verfügung, die durch Literaturdaten regionaler Studien ergänzt werden.