Ergebnisse des Interreg V A–Projekt ResiBil, Ressourcenbilanzierung des Grundwassers aus kreidezeitlichen Sandsteinsedimenten für die sächsische und tschechische Trinkwasserversorgung vor dem Hintergrund des Klimawandels

Michaela Pohle1, Friedrich Mihm1, Sabrina Mittag1, Axel Rommel1, Carsten Schulz1, Peter Börke1
1 Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

6.2 in Hydrogeologie in der Praxis

27.03.2020, 10:00-10:15, Händel-Saal

Die Auswirkungen des Klimawandels auf nutzbare Grundwasserdargebote sind vielerorts unbekannt. Im Rahmen des Interreg V A-Projekts „ResiBil - Wasserressourcenbilanzierung und -resilienzbewertung im Ostteil des sächsisch-tschechischen Grenzraums“ wird grenzüberschreitend die Sensitivität von Grundwasservorkommen in tektonisch beeinflussten kreidezeitlichen Sedimentgesteinen auf klimawandelbedingt hervorgerufene Veränderungen der Grundwasserneubildung und damit auf das nutzbare Grundwasserdargebot untersucht. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den trinkwasser-versorgungsrelevanten Gebieten des Elbtals und des Zittauer Gebirges.

Für diese Aufgabenstellung wurden im Projekt interdisziplinär alle erforderlichen Grundlagen zusammengetragen und aufbereitet. Die Ermittlung des Grundwasserdargebotes erfolgte modellgestützt für drei Pilotgebiete. Als Grundlage war dafür eine Untersuchung der geologischen Standortgegebenheiten für die kreidezeitlichen Sedimentgesteine erforderlich. Es wurden sowohl die Gesteinsformationen als auch die tektonischen Elemente mit Hilfe von Bohrungen, Geophysik und Kartierung grenzübergreifend neu bewertet. Die daraus resultierenden Ergebnisse gingen in die Konstruktion eines 3D geologischen Strukturmodells ein.  

Die so zusammengefassten, geologischen Informationen wurden in hydrogeologische Modelle überführt und für die numerische Grundwasserströmungsmodellierung mit hydraulischen und hydrologischen Kennwerten der Standorte vervollständigt. Methodisch wurden für die Pilotgebiete unterschiedliche, numerische Lösungsansätze getestet um deren Anwendbarkeit für die im Modellgebiet vorliegenden speziellen, geologischen Gegebenheiten zu untersuchen.

Um die klimawandelbedingten Veränderungen des nutzbaren Grundwasserdargebots zu quantifizieren, wurden Ergebnisse von zwei verschiedenen Wasserhaushaltssimulationen, angetrieben durch ein Ensemble von Klimaprojektionen, für die Grundwasserneubildung als obere Randbedingung für das Grundwasserströmungsmodell verwendet.

Dieser Beitrag stellt die Methodik und die Ergebnisse vor, welche zur Abschätzung der Entwicklung der nutzbaren Grundwasserdargebote für spezifische Klima- und Nutzungsszenarien an einem der untersuchten Standorte erarbeitet wurden. Weiterhin werden die daraus abgeleiteten Handlungsvorschläge für Entscheidungsträger zur Quantifizierung des von Ihnen nutzbaren Grundwasserdargebotes diskutiert.



VOIGT, T.; FRANKE, J.; FRANKE, S.: Grundlagen für ein geologisch-tektonisches Modell der Kreideablagerungen im Sächschisch-Böhmischen Grenzbereich im Rahmen des Ziel 3-Projektes GRACE. Erarb. für das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Friedrich-Schiller-Universität Jena, 2013

POHLE, M.; REINHARDT, S.; KERL, F.; MIHM, F.; SCHULZ, C.; BÖRKE, P.: Tagungsband 26. FH-DGGV – Fachtagung, Bochum 2018: Grundwasser im Umfeld von Bergbau, Energie und urbanen Räumen – 195 S.



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