Das Grundwasser als Klimaarchiv

Peter Bayer1, Hannes Hemmerle1, Philipp Blum2, Kathrin Menberg2
1 FG Angewandte Geologie, Universität Halle
2 Institut für Angewandte Geowissenschaften, Karlsruher Institut für Technologie

13.1 in Freie Themen

27.03.2020, 14:00-14:15, Händel-Saal

Temperaturänderungen an der Erdoberfläche pflanzen sich in den Untergrund fort und übermitteln hierbei kontinuierlich ein thermisches Signal. Das integrierte Signal der Erdoberflächentemperaturen lässt sich in Bohrlochprofilen messen und kann als Klimaarchiv genutzt werden, um die Temperaturhistorie zu rekonstruieren. Hierbei bleiben langandauernde Klimaänderungen in der Tiefe ausgeprägter erhalten als kurzfristige oder saisonale Schwankungen. Grundwasserdynamik und lokale Einflüsse, wie Vegetation, anthropogene Überprägung und lokale Klimaschwankungen, verändern jedoch oft das Temperatursignal. Daher ist es notwendig, möglichst viele Archive zu betrachten um lokale Einflüsse zu minimieren und das eigentliche Klimasignal zu isolieren. Wir zeigen in unserem Beitrag Ergebnisse von verschiedenen Messungen im oberflächennahen Untergrund von Städten und ländlichen Regionen in Deutschland, Schweiz und Österreich. Neben der Rekonstruktion aus integrierten Temperaturprofilen können Temperaturänderungen auch über die Zeit auf einheitlichen Tiefenniveaus verglichen werden. Unterhalb der Grenze messbarer saisonaler Einflüsse zeigt sich hierbei in Temperaturdifferenzkurven ein mit der Tiefe rückläufiger Trend der Temperaturzunahme über die Zeit. Gleichzeitig ist wie zu erwarten überall der Einfluss des aktuellen Klimawandels zu finden, und Grundwassertemperaturen steigen längerfristig.



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