Hydrogeologisches Modell Braunkohlengebiet Geiseltal (IHU)

Andreas Dr. Schroeter1
1 IHU Gesellschaft für Ingenieur-, Hydro- und Umweltgeologie mbH

6.5 in Hydrogeologie in der Praxis

27.03.2020, 11:45-12:00, Händel-Saal

Hydrogeologisches Modell Braunkohlengebiet Geiseltal (IHU) Fachposter/Vortrag

 

Kurzfassung

In den vergangenen Jahren wurden durch eine Reihe von hydrogeologischen Arbeiten die Grundlagen für die bergbaulichen Sanierungsmaßnahmen und die Lösung von wasserwirtschaftlichen Fragestellungen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung des Geiseltales geschaffen. Die Praxis hat gezeigt, dass die Planung und eine erfolgreiche Umsetzung von technischen Sanierungsmaßnahmen ganz wesentlich von der Qualität der geowissenschaftlichen Grundlagendaten und der hydrogeologischen Untersuchungen sowie den Modellprognoseberechnungen zur Grundwassersituation und zum Wasserhaushalt abhängig sind.

Der Abriss zur Entwicklung des hydrogeologischen Modells zeigt am Praxisreferenzobjekt Geiseltal, welche geologisch-hydrogeologischen Untersuchungen und fundierten geowissenschaftlichen Erkundungs- und Forschungsarbeiten zur Vorbereitung sowie Umsetzung der bergbaulich-wasserwirtschaftlichen Sanierung des Braunkohlenbergbaugebietes notwendig waren. Zugleich wird im Überblick dargestellt, welchen wissenschaftlichen Beitrag die hydrogeologischen Arbeiten methodisch leisteten und auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse im Endeffekt eine gravierende Senkung des materiell-technischen Gesamtaufwandes erzielt werden konnte. Dabei stellen das hydrogeologische Modell und die darauf basierenden Grund- und Oberflächenwasserströmungsmodelle, gekoppelt an entsprechende Monitoring- und Informationssysteme mit Datenbanken, effiziente, hydrogeologische Prognose­werkzeuge dar. Ohne diese geowissenschaftlichen Grundlagen ist eine qualifizierte, belastbare Darstellung, Analyse und Bewertung der Ausgangssituation sowie der zu erwartenden Prozesse, die sich mit der Flutung der Tagebaurestlöcher, der Entstehung von Gewässern und dem Grundwasseranstieg verbinden, nicht machbar. Bei der Überwachung und Steuerung der hydrogeologischen und wasserwirtschaftlichen Prozesse der Flutung, der Seeentwicklung und des Wasserhaushaltes in den Bergbaufolgelandschaften des Geiseltales sowie des Grundwasserwiederanstieges kommt den Geowissenschaften, insbesondere in Hinblick auf die Verifizierung der Modellprognoseberechnungen, auf Basis der hydrogeologischen und geotechnischen Monitoringmessdaten somit auch in der Zukunft eine entscheidende Begleitungs- und Gestaltungsfunktion zu.

Die hydrogeologische Modellierung zur Lösung von wasserwirtschaftlichen Problem­stellungen bei der bergbaulichen Sanierung des Geiseltales und die Umweltforschungsarbeiten zur Sicherung der subaquatischen Deponie im Tagebaurestloch Großkayna wurden von Naturwissenschaftlern, Ingenieuren und Technikern durchgeführt. Ohne deren qualifizierte und engagierte Arbeit wäre ein erfolgreicher Abschluss der Vorbereitungsphase sowie der wasserwirt­schaftlichen Genehmigungsverfahren nicht möglich gewesen.



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