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DESCRIPTION:Geologische Erkenntnisse der letzten 30 Jahre haben einen grund
 legenden Wandel in der geomorphologischen Beurteilung des Kykladenkristall
 ins bewirkt. Die alte Vorstellung eines rel. starren Mikrokratons innerhal
 b des alpidischen Orogens der Helleniden ist durch geochronologische Befun
 de widerlegt. So bestehen z.B. die Inseln Tinos\, Mykonos\, Serifos\, Paro
 s und Naxos zumindest teilweise aus miozänen Graniten. Demnach fand die Gr
 oßformengenese nicht auf altkonsolidierter Kruste bis zu einem greisenhaft
 en Landschaftsstadium im Sinne von DAVIS (1899) und PHILUPSON (1959) statt
 \, sondern hat sich in verhältnismäßig kurzer Zeit abgespielt.\nDie neogen
 e Entwicklung des Attisch-Kykladischen Deckenstapels fand an der Rückseite
  der konvergierenden Plattengrenze der hellenischen Subduktionszone statt.
  Während der letzten ca. 10 Mio. Jahre war die Tektonik der Kykladen durch
  großräumige Krustendehnung und die Bildung metamorpher Kernkomplexe geprä
 gt. Durch listrische Abschiebungen entstanden Pultschollen und Halbgräben\
 , bzw. stark asymmetrische Horste und Gräben. Trotz der damit verbundenen 
 Rotationsbewegungen sind mehrere Subhorizontale Systeme von Altflachen auf
  den Kykladen erhalten geblieben.\nDurch die Anwendung der Apatit-Spaltspu
 rdatierung im räumlichen Kontext der relikten Flächentreppen kann das Spät
 stadium der Primärrumpfbildung und das Initialalter der gegenwärtigen Fläc
 hentreppen besser eingeengt werden. Die Ergebnisse der Spaltspurdatierung 
 belegen eine äußerst schnelle Abkühlung im mittleren und späten Miozän\, d
 ie hauptsächlich durch tektonische Exhumierung infolge starker Krustendehn
 ung verursacht wurde. Die oberflächliche Abtragung dürfte einen wesentlich
  kleineren Einfluß gehabt haben. Thermochronologische Modellierungen ergeb
 en ein Maximalalter von 10 Mio. J. für die älteste erhalten gebliebene Rel
 iefgeneration von los und ein Maximalalter von 8 Mio. J. für die Rumpffläc
 hen von Tinos\, Mykonos und Naxos. Diese Alter stehen im Einklang mit der 
 klimatischen Entwicklung des ostmediterranen Raumes.\nDie Konturen der heu
 tigen Ägäis sowie die Inselkonfiguration der Kykladen entwickelten sich er
 st im Zuge des Quartärs. Die Landschaft der Kykladen wurde aber auch durch
  intensive Landnutzung über Jahrtausende nachhaltig geprägt. Entwaldung\, 
 Bodenerosion\, künstliche Terrassierung sowie die Degradierung aufgegebene
 r Kulturterrassen bezeugen die wechselvolle Geschichte der Inseln vom Neol
 ithikum bis heute. Geoarchäologische Befunde können dazu beitragen\, die f
 rühe Besiedlungsgeschichte der griechischen Inseln besser zu verstehen.
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SUMMARY:PD Dr. Ewald Hejl\, Universität Salzburg: Geomorphologische Studien
  auf den Kykladen: Grossformengenese und Geoarchäologie
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