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DESCRIPTION:Zur Bewertung der Umweltgefährlichkeit von Chemikalien sind meh
 rere Schritte erforderlich. Zunächst wird eine Expositionsabschätzung vorg
 enommen\, in der mögliche Konzentrationen in den einzelnen Umweltkompartim
 enten (Predicted Environmental Concentration\, PEC) errechnet bzw. gemesse
 n werden. Danach werden in der Wirkungsabschätzung diejenigen Konzentratio
 nen ermittelt\, bei denen noch keine negativen Wirkungen auf Spezies oder 
 Ökosysteme anzunehmen sind (Predicted No Effect Concentration\, PNEC). Sch
 ließlich werden in der Risikocharakterisierung die Ergebnisse beider Betra
 chtungen miteinander verglichen. Die Höhe des PEC/PNEC-Verhältnisses besti
 mmt\, ob weitere Informationen zur Abklärung eines möglichen Risikos erfor
 derlich sind\, oder Vorschläge für Risikominderungsmaßnahmen erarbeitet we
 rden müssen (Risikomanagement). \nDer gesamte Risikobewertungs- und Risiko
 managementprozess wird stark durch die Prinzipien von Substitution und Vor
 sorge bestimmt. Im Weißbuch der EU für eine zukünftige Chemikalienpolitik 
 wird deshalb neben der Zielvorstellung\, den Ersatz gefährlicher durch wen
 iger gefährliche Stoffe zu fördern\, herausgestellt\, dass aus Gesundheits
 - und Umweltschutzgründen unter bestimmten Bedingungen regulatorische Ents
 cheidungen auf der Grundlage des Vorsorgeprinzips möglich sein müssen. Ein
 e wichtige Voraussetzung für die Anwendung des Vorsorgeprinzips ist jedoch
  die Durchführung einer umfassenden Risikobewertung mit dem Ergebnis\, das
 s aufgrund unvollständiger Daten das Risiko nicht endgültig bestimmt werde
 n kann. \nIn diesem Beitrag soll diskutiert werden\, inwieweit Vorsorgeges
 ichtspunkte bei der Chemikalienbewertung berücksichtigt werden und welche 
 Probleme sich ergeben\, wenn ein Risiko als Folge der Anwendung des Vorsor
 geprinzips festgestellt wird und geeignete Substitutionsmöglichkeiten gefu
 nden werden müssen. \nEin Dilemma ergibt sich aus der Problematik\, dass ü
 ber in Frage kommende Substitute häufig zu wenig Informationen vorliegen\,
  so dass ihre Verwendung aus Vorsorgegründen ebenfalls nicht empfohlen wer
 den kann. Mögliche Lösungen werden anhand von Beispielen aus der Bewertung
 spraxis in Deutschland und der EU diskutiert.
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SUMMARY:Prof. Dr. Jan Ahlers\, Umweltbundesamt\,Berlin: Chemie zwischen Vor
 sorge und Substitution
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