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Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften

Tierökologie I: Prof. Dr. Christian Laforsch, Prof. Dr. Heike Feldhaar

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 AcanthasterWulstkoralle
Links: Ein Acanthaster planci, welcher gerade eine Koralle verdaut
rechts: Trachyphyllia geoffroyi  die sogenannte Wulstkoralle
© Jürgen Renneck

In Korallenriffen wird vermutet, dass sich im Zuge des Klimawandels im Zusammenspiel mit weiteren anthropogenen und biotischen Einflüssen die Struktur der Riffgemeinschaft dramatisch wandelt. Zu diesen Einflüssen gehört auch das vermehrt auftretende Massenvorkommen („outbreak“) von Acanthaster plancii (Dornenkronenseestern), das verheerende Auswirkungen auf das fragile Ökosystem Korallenriff zeigt, da Acanthaster als Prädator von Steinkorallen fungiert. Jedoch sind die Ursachen dieses Massenvorkommens noch nicht vollständig geklärt. Die enorme morphologische Plastizität von Acanthaster in Verbindung mit dem Wanderverhalten dieser Organismen könnte erklären wie diese Organismen über längere Distanzen zu einem neuen Riffpatch gelangen können, ohne dabei Nahrung aufnehmen zu müssen. In Labor und Feldstudien wird die morphologische Plastizität mittels Magnetresonanztomographie und anschließender 3D Rekonstruktion nichtinvasiv analysiert. Das Projekt wird nicht nur neue Erkenntnisse über Lebenszyklus und die Plastizität von Acanthaster liefern, sondern auch dazu beitragen Managementstrategien zum Schutz des empfindlichen Riffökosystems zu entwickeln. 

In einem weiteren Projekt wird untersucht, ob verschiedene Formen anthropogener Störung unterschiedliche ökologische Auswirkungen auf tropische Küstenökosysteme haben. Durch die Untersuchung kleiner Inseln, welche entweder touristisch oder von der lokalen Bevölkerung genutzt werden, können zwei Formen anthropogener Stressoren räumlich getrennt analysiert und die jeweiligen Auswirkungen auf das System gegeneinander verglichen werden. Ferner können Störungen auf Ökosystemebene analysiert werden, da die ablaufenden Prozesse und Interaktionen auf kleinen Inseln weniger komplex sind. Dabei wird untersucht, ob verschiedene Formen anthropogener Störungen einen unterschiedlichen Einfluss auf (I) die physikalischen Parameter des Habitats und die Verteilung der Organismen, (II) das Nahrungsnetz des Systems und (III) auf die Ressourcenverfügbarkeit und damit Konkurrenz zwischen einzelnen Arten nehmen.

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