Durch den Klimawandel wird in Mitteleuropa die Primärproduktion der Pflanzen und damit der Eintrag von Pflanzenstreu in Waldböden steigen. Die veränderten Streumengen werden sich auf die gesamte Kohlenstoffdynamik in den Böden auswirken. Um die damit verbundenen Prozesse zu verstehen werden am Lehrstuhl Bodenökologie Langzeitstudien im Freiland durchgeführt, bei denen der Streueintrag manipuliert wird. Die Versuchsflächen befinden sich auf einem Fichtenstandort im Fichtelgebirge und einem Buchen-Eichenstandort im Steigerwald. Der oberirdische Streueintrag wird dort seit 2002 bzw. 1999 auf verschiedenen Teilflächen ausgeschlossen und auf anderen verdoppelt. Mit Hilfe dieser Experimente wird die veränderte Zufuhr leicht abbaubarer organischer Substanz auf die C-Speicherung der Böden untersucht. Im Detail sollen die Auswirkungen der veränderten Streueintragsmengen auf (1) die Produktion und Zusammensetzung gelöster organischer Verbindungen in der Humusauflage, (2) den biologischen Abbau der Streu und der bereits älteren und stabileren organischen Bodenbestandteile sowie (3) die Leistungen der mikrobiellen Lebensgemeinschaften untersucht werden. Auf dem Workshop werden die Untersuchungsflächen und die angewendeten Gelände- und Labormethoden vorgestellt. Die Untersuchungen umfassen Summenparameter zur Charakterisierung von Boden, Streu und Bodenlösung (z.B. gelöster organischer Kohlenstoff und Stickstoff – DOC und DON), einfache spektroskopische und chemische Verfahren zur Charakterisierung der organischen Substanz der Bodenlösung (UV, Fluoreszenz, Hexosen, Phenole) sowie spezifischere Methoden zur Bestimmung einzelner Stoffgruppen der organischen Substanz (Lignin, Aminozucker).