Analyse der Ernährungsweise einheimischer Orchideen

Katja Zimmer1, Gerhard Gebauer1
1 Labor für Isotopen-Biogeochemie, Universität Bayreuth, BayCEER

Oral in current research questions

10.04.2008, 17:20-17:40, H13

Seit 2003 wird die Isotopenverhältnis-Massenspektrometrie auch zur Bestimmung der Ernährungsweise von terrestrischen Orchideen verwendet. Über Häufigkeitsanalysen der stabilen Isotope 15N und 13C konnte gezeigt werden, dass sich einige heimische Orchideen-Arten nicht ausschließlich autotroph durch Photosynthese und Assimilation von bodenbürtigem Stickstoff, sondern partiell oder vollständig mykoheterotroph ernähren - d.h., auf Kosten der mit ihren Wurzeln assoziierten Ektomykorrhiza-Pilze, von denen sie organischen Kohlenstoff und Stickstoff beziehen. Da Pilze und die vom Pilz zur Orchidee transferierten organischen Nährstoffe stärker an 15N und 13C angereichert sind als vollständig autotrophe Pflanzen des gleichen Standorts, spiegelt sich die Ernährungsweise der Orchideen auch in ihrer Isotopensignatur wider. Um zu berechnen, wie viel Prozent ihres gesamten Stickstoffes und/oder Kohlenstoffes partiell mykoheterotrophe Pflanzen vom Pilz und somit nicht durch autotrophe Prozesse gewinnen, wird ein lineares Mischungsmodell benutzt. Dieses Modell basiert auf der Annahme eines linearen Zusammenhanges zwischen dem Prozentsatz des vom Pilz gewonnenen N und/oder C und der damit einhergehenden Anreicherung von 15N bzw. 13C in der pflanzlichen Biomasse. Da auch zwischen verschiedenen Individuen der gleichen Orchideen-Art Schwankungen im prozentualen Nährstoffgewinn vom Pilz zu beobachten sind, wird derzeit untersucht, ob und in welchem Maße Standortfaktoren wie Licht- und Nährstoffverfügbarkeit den Grad der Mykoheterotrophie bei grünen Orchideen beeinflussen.



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