Kombinierte Effekte von Klimawandel, Extremereignissen und Habitatfragmentierung auf Tagschmetterlinge und trophische Interaktionen
FORKAST_17
Von 02/2009Projektleiter: Ingolf Steffan-Dewenter
Mitarbeiter: Annette Leingärtner, Bernhard Hoiß, Jochen Krauss
Das langfristige Überleben von Tierpopulationen unter Bedingungen des Globalen Wandels ist stark von Wechselwirkungen, insbesondere trophischen Interaktionen und Nahrungsnetzen abhängig. Hierzu ist ähnlich wenig bekannt wie über Veränderungen der genetischen Diversität und ihre Bedeutung für die Anpassungsfähigkeit von Tierpopulationen an modifizierte Umweltbedingungen. Zudem gibt es für Bayern keine Untersuchungen, die zeitliche Veränderungen der Artenvielfalt und der genetischen Diversität im Kontext von Klimawandel behandeln. Ziel des Teilprojektes ist es, diese gravierenden Lücken im derzeitigen Kenntnisstand zu schließen und damit zum langfristigen Erhalt der Biodiversität und zur Entwicklung von Anpassungsstrategien an Klimawandel beizutragen. Als zentraler Versuchsansatz werden unterschiedlich stark fragmentierte Offenlandlebensräume entlang eines Klimagradienten in den Bayerischen Alpen bearbeitet. Es sollen kombinierte Effekte von Klimawandel, Habitatfragmentierung und Extremereignissen auf die als Bestäuber und für den Naturschutz bedeutsame Artengruppe der Tagschmetterlinge analysiert werden. In diesem Kontext wird das Aussterberisiko von Tagfalterarten, die Auswirkungen auf trophischen Pflanze-Herbivor-Gegenspieler-Interaktionen und die Populationsdynamik gefährdeter Tagschmetterlingsarten, die Anpassungsfähigkeit von Tierpopulationen mit unterschiedlicher genetischer Diversität, sowie die zeitlichen Veränderungen in der Artenvielfalt, Verbreitung und genetischen Diversität von Tagschmetterlingspopulationen analysiert werden. Darauf aufbauend sollen Anpassungsstrategien und Schutzkonzepten zur Abpufferung erwarteter negativer Auswirkungen von Globalem Wandel in den Bayerischen Alpen entwickelt werden.