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Reiseführer - Zu den Böden Deutschlands

  Oder man fährt zu den Intensivmessflächen des Bayreuther Instituts für Terrestrische Ökosystemforschung, kurz BITÖK genannt. Eine Profilgrube befindet sich auf 50o8' 39" N, 11o 52' 00" O.Das dortige Exponat: Podsol-Braunerde.Nur ein paar Schritt weiter geht es durch wolliges Reitgras: pseudovergleyte Braunerde.

BÖDEN STATT BALLERMANN
Das ultimative Reiseziel liegt uns zu Füßen
DIE ZEIT - WISSEN vom 27. Juni 2001

Das Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung (BayCEER) der Universität Bayreuth betreibt im Fichtelgebirge die Versuchsfläche Lehstenbach. Innerhalb des etwa 4 km2 großen, bewaldeten Einzugsgebietes des Lehstenbaches im Fichtelgebirge werden der Stoff- und Wasserhaushalt gemessen, um Auswirkungen anthropogener Stoffeinträge auf das Waldökosystem, auf Boden und Wasser zu erforschen.

Die im September 2000 angelegte Profilgrube befindet sich innerhalb der eingezäunten Hauptuntersuchungsfläche "Coulissenhieb" auf einer Höhe von 778 m über NN. Hier kann ein für diese Region typischer Boden besichtigt werden.

Podsol-Braunerde Profil der podsol-Braunerde am Waldstein
Es handelt sich um eine Podsol-Braunerde. Dieser Boden entwickelte sich auf nährstoffarmem Granitgestein. Er ist sehr sauer mit pH-Werten zumeist kleiner als 4. Im obersten Bereich erkennt man eine bis zu 10 cm mächtige Humusauflage, ein Anzeichen für einen gehemmten Abbau der anfallenden Streu. Aus dem folgenden Horizont werden organische Substanzen sowie Eisen und Aluminium ausgewaschen und verursachen die graue Färbung. In tiefer liegenden Horizonten werden diese Stoffe wieder abgelagert und sind so verantwortlich für die dunkelbraune bzw. rotbraune Färbung. Auffällig ist im gesamten Profil der hohe Steingehalt. Aufgrund der starken anthropogenen Säureeinträge in der Vergangenheit sind diese Böden noch heute eine permanente Säurequelle für das Grund- und Bachwasser. Auf der Versuchsfläche wächst ein 125 Jahre alter Fichtenforst mit den Unterwuchsarten Blaubeere, Drahtschmiele und wolliges Reitgras.

Auszug aus: Reiseführer - Zu den Böden Deutschlands des Umweltbundesamtes.

last modified 2005-02-07