Auenlehrpfad

Invasive Arten: Forschung

Nicht alle Pflanzen, Tiere und Pilze, die wir in unserer Umwelt finden, sind auf natürlichem Wege zu uns gekommen. Es gibt viele Arten, die von Menschen bewusst - zum Beispiel als Gartenpflanze, Feldfrucht, Nutztier - oder unbewusst eingeführt worden sind. Einige dieser Arten kommen nur vereinzelt in der Nähe von Siedlungsgebieten vor, andere sind konkurrenzstark und konnten sich schnell etablieren, teilweise sogar so sehr, dass die heimische Flora und Fauna in Mitleidenschaft gezogen wird (invasive Arten). Unter welchen Umständen sich diese Arten ausbreiten, ist ein weitreichendes Forschungsgebiet, das auch an der Universität Bayreuth seit langer Zeit verfolgt wird.

Neophytenforschung am Ökologisch-Botanischen Garten

Wer im Ökologisch-Botanischen Garten der Uni Bayreuth spazieren geht, trifft schon bald auf die Amerikanisch Roteiche (Quercus rubra), Goldruten (Solidago-Arten) oder den Japanischen Knöterich (Fallopia japonica). Das liegt nicht daran, dass die Gärtner und Wissenschaftler zu nachlässig wären, um diese Eindringlinge zu entfernen. Vielmehr will der ÖBG als Bildungseinrichtung zum Erkennen der Neophyten - also Pflanzen, die erst nach 1492 nach Europa eingewandert sind - beitragen und erforscht deren Auswirkungen in unseren Ökosystemen. Neophyten, die vermutlich die einheimische Flora verdrängen, werden als invasive Arten bezeichnet. In einer ausführlichen Broschüre des ÖBG "Halb so wild - Neophyten in unserer Flora" aus dem Jahr 2004 werden viele Aspekte der Neophyten in Deutschland erläutert.

Die aktuelle Forschung des Ökologisch-Botanischen Gartens zu Neophyten befasst sich vor allem mit der Konkurrenzstärke, der Verbreitung und dem Gefährdungspotential verschiedener Neophyten, unter anderem vom Indischen Springkraut (Impatiens glandulifera) und der Roteiche (Quercus rubra). Die wissenschaftlichen Untersuchungen mit Impatiens glandulifera werden in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Tierökologie I der Universität Bayreuth durchgeführt und beschäftigen sich mit folgenden Fragen:

  • Kann das Drüsige oder Indische Springkraut (Impatiens glandulifera), das große Bestände an hiesigen Gewässern bildet, die einheimische Flora aktiv verdrängen? In einer Bachelor-Arbeit von Anna Schnörer wurde untersucht, ob das Springkraut sich in einheimischer Vegetation unbehelligt durchsetzen kann oder sich nur in gestörten Beständen etabliert, also sozusagen ein "Trittbrettfahrer" ist.

  • Zudem wird untersucht ob vom Springkraut abgegebene allelophatischer Stoffe, also Substanzen, die andere Pflanzen negativ beeinflussen, die Ursache für eine mögliche Hemmung der Keimung und des Wachstums einheimischer Begleitarten sind. Der Einfluss des Indischen Springkrauts auf die Keimfähigkeit verschiedener Weidenarten wurde bereits 2011-12 untersucht:

Einfluss des Presssaftes von I. glandulifera auf Salix fragilis (2012)
Einfluss des Presssaftes von I. glandulifera auf Salix viminalis (2011)

  • Untersuchungen zur nordamerikanischen Roteiche (Quercus rubra), die forstlich viel genutzt wird:
    Kann sie sich genau so gut wie die heimischen Eichen ausbreiten und sich in unseren Wäldern etablieren?
    Wird sie von Mäusen und Eichelhähern bevorzugt oder gemieden? Dies untersucht eine Master-Arbeit von Judith Bieberich.

 

Viele weitere studentische Abschlussarbeiten beschäftigten sich mit Forschungsfragen zu invasiven Arten:

Goldrute (Solidago graminifolia):

Solidago graminifolia: Wachstum und Reproduktion einer neuen invasiven Art im ÖBG (2011)

Scheinerdbeere (Duchesnea indica): 

Stickstoffaufnahme und -umsetzung als Konkurrenzfaktor (2011)

Keimung in Abhängigkeit vom Standort (2010)

Keimungsbedingungen (2010)

Aufrechtes Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia):

Ambrosia artemisiifolia, das Aufrechte Traubenkraut, Bekämpfung durch Mahd (2009)

Impatiens glandulifera (Foto: Marianne Lauerer)

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