Druckansicht der Internetadresse:

BayVirMos

Seite drucken

Stechmückenübertragene arbovirale Krankheiten in Bayern - BayVirMos

Von 06/2018 bis 12/2020

Projektleiter: Stephanie Thomas, Carl Beierkuhnlein
Mitarbeiter: Nils Tjaden, Reinhold Stahlmann, Yanchao ChengRija Falimanalina Andriamifidy
Bewilligung: TKP01KPB-73560

Stechmückenübertragene Krankheiten treten durch veränderte klimatische Bedingungen zunehmend in Gebieten auf, die bislang als Lebensraum für die Vektoren (Stechmücken) ungeeignet waren und daher eine größer Ausbreitung unwahrscheinlich.

Auf der Grundlage unserer bisherigen Erfahrung in der Entwicklung von Artverbreitungsmodellen, epidemiologischen Modellen und Nutzung von Klimamodellen zur Ermittlung von Risiken stechmückenübertragener viraler Krankheiten auf kontinentaler und globaler Ebene werden wir in diesem Vorhaben eine räumlich und zeitlich differenzierte Risikoabschätzung für Bayern entwickeln.

Für dieses Frühwarnsystem werden wir räumlich hoch aufgelöste regionale Klima- und Wettermodelle mit Geoinformationen zu Stechmückenvorkommen verbinden. Dabei berücksichtigt unser Vorgehen sowohl die klimatischen Anforderungen von Vektoren als auch die Extrinsische Inkubationsperiode (EIP) der Arboviren, also die temperaturabhängige Dauer zwischen der Aufnahme von Viren durch Stechmücken und der möglichen lokalen Übertragung auf Menschen.

Wir konzentrieren uns auf die Arboviren CHIKV, DENV, WNV und USUV sowie die mit ihnen verbundenen Zoonosen Chikungunya, Dengue, West-Nil-Fieber und Usutu. Die ersten beiden Viren können durch Stechmücken auf Menschen übertragen werden, wenn sie z.B. mit infektiösen Reiserückkehrern ins Land gebracht werden. Allerdings sind hierzu bestimmte Temperaturen vonnöten, sodass sich die Viren in den ektothermen Vektoren entsprechend replizieren. Bei USUV und WNV liegt ein Schwerpunkt der dokumentierten Nachweise in Vogelpopulationen (v.a. Amseln, Krähen und Tauben), in enger räumlicher Anbindung an die menschliche Gesellschaft. Die Übertragung dieser Viren auf Menschen sowie deren Erkrankung ist belegt. Erste Fälle von West Nile Fieber im Menschen traten 2018 in Deutschland auf.

Aufgrund der Neuartigkeit und teils nicht eindeutiger Symptomatik ist die Diagnose entsprechender Krankheitsbilder erschwert, sodass insbesondere milde verlaufende Erkrankungen unbemerkt bleiben könnten. Die mögliche Ausbreitung der hier betrachteten Arboviren könnte aber durch zeitnahen und räumlich definierten Hinweis auf Risikogebiete eingedämmt werden, da mit einer erhöhten Aufmerksamkeit u.a. bei den betreuenden Ärtzen gerechnet werden kann.

FacebookTwitterYoutube-KanalBlog
Diese Webseite verwendet Cookies. weitere Informationen