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BayCEER - Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung

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Wie Pilze den Kohlenstoffspeicher Boden steuern

30.06.2026

Neue Studien der Arbeitsgruppe Agrarökologie gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Bodenökologie zeigen, dass Pilze eine Schlüsselrolle für die Speicherung und Dynamik von Kohlenstoff in Böden spielen – und dass ihre Wirkung stark vom Ökosystem und den Bodeneigenschaften abhängt.

In Wäldern bestimmen Mykorrhiza-Typen maßgeblich, wie organische Substanz aufgebaut ist: Während pflanzliche Rückstände die partikuläre organische Substanz dominieren, stammt die stabilere mineralgebundene Fraktion vor allem aus Pilzresten. Dabei unterscheiden sich die Pilzgruppen deutlich: In Systemen mit arbuskuläre Mykorrhiza tragen vor allem saprotrophe Pilze zur Stabilisierung bei, während symbiontischen Pilze selbst die Stabilisierung in Wäldern mit Ektomykorrhiza dominieren (Vasilica et al. 2026).

Gleichzeitig zeigt eine zweite Studie, dass abgestorbene Pilzbiomasse (Nekromasse) ein hochdynamischer Bestandteil dieses Prozesses ist: Sie wird schnell mikrobiell umgesetzt, teilweise als CO₂ freigesetzt, aber auch rasch in stabilere Bodenfraktionen eingebaut. Dabei ist die Stabilisierung stark von Bodeneigenschaften abhängig – etwa von der Textur. Überraschend ist dabei, dass in tonreichen Böden weniger Nekromasse initial stabilisiert wurde, diese aber langfristiger erhalten bleibt (Kurbel et al. 2026). Neu an dieser Studie war zudem ihr Fokus auf Nekromasse von arbuskulären Mykorrhizapilzen.

Fazit: Pilze sind zentrale Akteure des Boden-Kohlenstoffkreislaufs – sie entscheiden sowohl über die Bildung stabiler organischer Substanz als auch über deren Abbau. Das Zusammenspiel von Baumarten, Mykorrhiza-Typen und Bodenbedingungen ist daher entscheidend für die zukünftige Kohlenstoffspeicherung in terrestrischen Ökosystemen.

Bluesky
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