Kleinbergbau und seine Umweltauswirkungen- von traditionellen Methoden zu angepaßter Technologie

Vortragender: Prof. Dr.-Ing. Hermann Wotruba, Lehr- und Forschungsgebiet Aufbereitung mineralischer Rohstoffe, RWTH Aachen
Do. 25.11.2004 (16:15), H6

Etwa 15 Millionen Menschen arbeiten weltweit im Kleinbergbau, d.h. sie bauen mineralische Rohstoffe mit einfachen und einfachsten Methoden ab. Neben Gold und Edelsteinen werden eine Reihe weiterer Rohstoffe (Wolframit, Tantalit, Zinnstein, aber auch Baustoffe wie Schotter und Kies) gewonnen. Rechnet man Familienangehörige und angrenzende Tätigkeiten (Transport, kleine Werkstätten, etc.) hinzu, sind geschätzt ca. 100 Millionen Menschen, überwiegend in Entwicklungs- und Schwellenländern, vom Kleinbergbau abhängig.

Der Kleinbergbau ist in einigen Regionen die einzige Lebensgrundlage, oder wird saisonal (neben der Feldarbeit) als zusätzliche Einkommensquelle betrieben. Er ist ein exzellentes Instrument zur Armutsbekämpfung und sorgt mit dafür, dass nicht noch mehr Menschen aus ländlichen Regionen in die übervölkerten Ballungsräume abwandern.

Allerdings werden durch den Kleinbergbau eine Reihe von Umweltschäden verursacht, die besonders bei einer großen Anzahl von Betrieben in einer Region enorme Ausmaße annehmen können. Bekannt ist der unkontrollierte Einsatz von Quecksilber in Kleinbergbau auf Gold, aber auch andere Umweltauswirkungen wie z.B. Erosion und Verschlammung der Flüsse, die langfristig die betroffenen Gebiete schwer beeinträchtigen und zu Spannungen zwischen den Kleinbergleuten und anderen Bevölkerungsteilen (Bauern, Fischern, etc.) führen.

Vereinzelte Versuche einiger Regierungen, den Kleinbergbau komplett zu verbieten, sind aufgrund des enormen sozialen Drucks regelmäßig fehlgeschlagen. Erst langsam setzt sich die Einsicht durch, dass der Kleinbergbau eine nicht zu vermeidende Aktivität in diesen Ländern ist und dass es geboten ist, ihn zu unterstützen, zu organisieren, zu legalisieren und technisch zu verbessern und dadurch auch die Umweltauswirkungen zu vermindern.

Hierzu ist es notwendig die traditionellen, oft umweltschädlichen Methoden zu optimieren und gegebenenfalls neue, an die technischen Fähigkeiten und das soziale und kulturelle Umfeld der Kleinbergleute angepasste Methoden einzuführen.

Der Vortrag zeigt traditionelle Kleinbergbautechniken und ihre typischen Umweltauswirkungen und veranschaulicht an Beispielen die Bedingungen für die Einführung und die Wirksamkeit von angepassten, verbesserten Gewinnungs- und Aufbereitungsmethoden.


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