Diversität von Pflanzen und Tieren in Baumkronen als Indikator eines nachhaltigen Landmanagements in Wäldern des Zentral-Himalayas/Nepal.

Canopy-Interaction

Von 02/2014 bis 05/2016

Projektleiter: A. Fischer
Mitarbeiter: Yagya Adhikari

Baumkronen sind vom Boden aus schwer einzusehen und noch schwerer zu erreichen. Lange Zeit waren sie deshalb als Teil des Ökosystems Wald übersehen. Mittlerweile gibt es weltweit mehrere Arbeiten, die sich mit diesem Ökosystem-Kompartiment befassen, meist entweder hinsichtlich der epiphytischen Pflanzen oder der kronenbewohnenden Tiere. Zum einen sind diese Arbeiten aber stark auf einzelne Arten bzw. Artengemeinschaften von Pflanzen und Insekten fokussiert und befassen sich nicht mit den Interaktionen dieser wichtigen Artengruppen des Kronenraums. Zum anderen betrachten sie i.d.R. die Baumkrone als Habitat, ohne die Bedeutung des wirtschaftenden Menschen einzubeziehen. Der Mensch erntet im drastischen Fall den Baum, womit das Habitat an dieser Stelle für Jahrzehnte völlig verschwindet, oder er erntet Bestandteile des Kronenraum-Ökosystems wie z.B. in den Tropen und Subtropen, wo die epiphytischen Orchideen einen hohen ökonomischen Wert besitzen.

Unsere Studie greift gerade diese offenen Themenfelder auf: Sie untersucht die Interaktionen zwischen den kronenbewohnenden Pflanzen (Orchideen und Farne) und Insekten in subtropischen Lorbeerwäldern im Kathmandu-Tal in Nepal, wobei Waldbestände eines Nationalparks unter geringem Nutzungsdruck mit solchen unter ortsüblicher Bewirtschaftung verglichen werden. Zwei der dominierenden immergrünen Waldbäume dieses Waldtyps, Schima wallichii und Quercus lanata, werden jeweils als Träger des Kronenraum-Ökosystems gewählt und miteinander verglichen. Die Epiphyten wurden im Kronenraum durch Beklettern der Baumkrone ermittelt, die Insekten in Fallen, die im Kronenraum exponiert waren, gefangen.

Aus dem Projekt sind bisher drei Manuskripte hervorgegangen, von denen sich das erste mit der Kronenraum-Flora befasst (es wurde bereits beim Journal of Mountain Science eingereicht), das zweite mit dem Einfluss der Bewirtschaftung (ungenutzter versus genutzter Wald; Manuskript weitgehend abgeschlossen) und das dritte mit der Interaktion von kronenbewohnenden Pflanzen und Insekten (weitgehend abgeschlossen). Eine Publikation über den Einfluss des Ausfalls von Teilen der epiphytischen Bewohner auf die Insektenfauna wird demnächst angegangen.

Die Ergebnisse gehen aber deutlich über diese unmittelbar greifbaren wissenschaftlichen Produkte hinaus. Zum einen wird basierend auf dem vor Ort gesammelten Pflanzenmaterial (Farne und Moose) derzeit ein DFG-Antrag ausgearbeitet, der sich mit der Frage der Phylogenie von Artengemeinschaften beschäftigt. Dies wäre eine innovative Weiterentwicklung des hier verfolgten Forschungsansatzes. Zum zweiten wurde in Kathmandu eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe eingerichtet (Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter und Master-Studenten), die zunächst unmittelbar in die Projektdurchführung eingebunden waren und dabei in die Kronenforschung eingeführt werden konnten, die nun aber, darauf aufbauend, diese Fragestellung vor Ort in Eigenregie fortführen  und bereits erste eigenständige Ergebnisse erarbeiten konnten. Es konnte also in Kathmandu ein lokale Forschergruppe etabliert werden.

Insgesamt war es möglich, mit der Unterstützung der „Bauer-Stiftung und Glaser-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft“ nicht nur ein aktuelles Forschungsprojekt durchzuführen, sondern darüber hinaus sowohl in Deutschland als auch vor allem in Nepal die Grundlage für entsprechende weitergehende Forschung zu legen.



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