Zwischen Wald und Gewölbe: "Forum Zukunftswald" startet erfolgreich

Zwischen Wald und Gewölbe: "Forum Zukunftswald" startet erfolgreich

2021-10-04

Mit dem Thema "Dürre und Starkregen - der Wald als Puffer" startete Ende September das Forum Zukunftswald am Gutshof in Mengersdorf. Veranstalter des Forums ist der Gutshof Mengersdorf, Kooperationspartner sind das BayCEER / Universität Bayreuth, der Abendreferent Dr. Stephan Raspe kam von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) aus Freising in die Fränkische Schweiz. Das Forum Zukunftswald will bestehende Angebote bedarfsgerecht und flexibel ergänzen - ein guter Anfang dazu ist nun gemacht.

Wolf von Aufseß begrüßte die rund 30 Gäste der Auftaktveranstaltung. Als Eigentümer des Gutshof Mengersdorf und "ungelernter Waldbesitzer" zeigte er sich selbst sehr an Information und Austausch interessiert. Seitens der Ökologie und Umweltforschung der Universität Bayreuth lobte Dr. Birgit Thies den neuen Standort für den Dialog von Forschung und Praxis zu Waldfragen - der räumliche Bezug zum Thema ist hier anders als beim Forum Waldkontroversen am Campus der Uni Bayreuth buchstäblich "naheliegend".

Zunächst galt es, auf einer Exkursion ins benachbarte Forstrevier das verbleibende Tageslicht bestmöglich zu nutzen. Besichtigt wurden drei Standorte von der äußeren bis hin zur vorderen "Pfanne", einem Bachtal mit Hanglagen unterhalb der Neubürg. Ließe sich hier mehr Wasser im Tal halten - sollte man aktiv Wasser stauen? Welche Baumarten sind dort angebracht, und welchen (Holz-)Wert hat eigentlich eine Erle? Wie bedeutend ist die Kühlwirkung eines feuchten Talgrunds auf die umliegenden Hänge? Diese und weitere Fragen wurden in der Gruppe - moderiert von Dr. Gregor Aas und Dr. Andreas von Heßberg von der Universität Bayreuth - engagiert und teils kontrovers diskutiert.

Vom Wald ging es weiter in den Gewölbekeller des Gutshof Mengersdorf. Dr. Stephan Raspe von der LWF erläuterte die Grundlagen des Wasserhaushalts von Waldökosystemen. Insbesondere die Rolle des Bodens als komplexer Wasserspeicher hob er dabei hervor. Durch erhöhten Humusgehalt im Mineralboden kann dessen Wasserspeicherfähigkeit beispielsweise erheblich erhöht werden. Andererseits ist - je nach Wettervorgeschichte - jeder Boden irgendwann "gesättigt", danach sind Hochwasserspitzen durch oberflächlich abfließendes Regenwasser kaum zu vermeiden, bestenfalls noch zu verlangsamen. Als waldbauliches Fazit des Vortrags empfahl der Referent den Umbau zu Misch- und Laubwäldern zur Verbesserung von Grundwasserneubildung und Wasserpumpeneffekt, ein möglichst geschlossenes Kronendach zum Erhalt eines kühl-feuchten Mikroklimas, die Vermeidung von Bodenverdichtung sowie den Verschluss von Gräben und Dränrohren. Diskutiert wurde anschließend über vieles - von Verdichtungs- und Entwässerungsrisiken bei Rückewegen über die Erosionsvermeidung beim Wegebau bis hin zur Grundsatzfrage, ob und wie vermieden werden kann, dass auf manchen Standorten zukünftig kein Wald mehr aufwächst.

Die erste Veranstaltung zog neben Waldbesitzern und privat Interessierten viele Fachleute aus Forstverwaltung, Wissenschaft und forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen an. Der Raum für Austausch und Diskussion wurde bestens angenommen, dieser Aspekt soll in zukünftigen Veranstaltungen weiter vertieft werden. Räumlichkeiten und Bewirtung über den Gutshof Mengersdorf waren als Veranstaltungsrahmen sehr gut geeignet - der Start für das Forum Zukunftswald darf als gelungen bezeichnet werden.

Für das kommende Jahr ist eine Veransstaltungsreihe mit 8-10 Terminen zu aktuellen forstfachlichen Themen geplant. Interessierte Gäste können sich auf spannende Perspektiven und zukunftweisende Themen am Gutshof Mengersdorf freuen.

 

Thema der zweiten Veranstaltung am 15./16. Oktober 2021: Baumarten für den Wald von morgen

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