Auenlehrpfad

Auenlebensräume: Forschung

Wie gut tolerieren verschiedene Auwaldbaumarten Hochwasser?

In Deutschland sind viele Flüsse begradigt und Überflutungen vermindert. Dadurch konnten Baumarten, die weniger überflutungstolerant sind, vielerorts in die Hartholzauen einziehen. Wie gut können diese Arten, vor allem die jungen Pflanzen, aber längere Überflutungsperioden nach Renaturierung oder Starkniederschlägen überstehen, die der Klimawandel bringen könnte? Am Ökologisch-Botanischen Garten der Uni Bayreuth wurden dazu drei Ahorn-Arten, Stieleiche und Esche in Grundwasserbecken gepflanzt, in denen der Wasserstand angepasst werden kann, und die unteren Reihen zweimal für 10 Tage überflutet. Während Esche und Stieleiche als typische Vertreter der Hartholzaue den Überflutungen gegenüber wenig empfindlich waren, schwächte sich die Photosyntheseleistung bei den Ahornarten ab; der Spitzahorn starb sogar schon nach der ersten Überflutung komplett ab. Die Forschungen wurden in Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Landwirtschaft und Forst durchgeführt.

Originalartikel "Überflutungstoleranz von Jungpflanzen" (LWF)

Auch interessant dazu:
Wenn Bäumen das Wasser bis zum Hals steht

 

 

 

 

Wie wirken sich extreme Wetterereignisse auf Pflanzengemeinschaften aus?

Pflanzen brauchen Licht, Wasser und Nährstoffe und haben sich an die Bedingungen ihrer Umwelt angepasst. Zumindest weitgehend - es gibt immer wieder Extremereignisse wie Dürre, Starkregen oder Orkane, die den Pflanzen zusetzen. Nach den Beobachtungen der letzten Jahrzehnte kann man annehmen, dass diese Ereignisse sich durch den Klimawandel immer mehr häufen und in ihrer Intensität zunehmen. Wie kann aber abgeschätzt werden, welche Auswirkungen das auf eine Pflanzengesellschaft hat? Wie werden sich Auwiesen, Trockenrasen und Wälder verändern, wenn Trockenperioden und Überschwemmungen keine Seltenheit mehr darstellen?

Die Störungsökologie an der Uni Bayreuth befasst sich seit längerem mit dieser spannenden Thematik. Im Rahmen der EVENT-Experimente wurden Extremereignisse auf überdachten Flächen simuliert und das Wachstum, die Blütezeit und die Veränderung der Artenzusammensetzung im Vergleich zu der gleichen Artenzusammensetzung ohne Extreme untersucht. Der Studie konnte man entnehmen, dass der Auswirkung von Extremereignissen mehr Rechnung zugetragen werden muss als der graduellen Erwärmung.

Mehr zu den EVENT-Experimenten

Artikel zu der Auswirkung extremer Klimaereignisse auf die Blütenphänologie von Wiesenpflanzen
(Global Change Biology 15(4), 837-849 (2009), auf Englisch)

 

 

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