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Zertifizierung Artenkenntnis

Feldbotanik

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Feldbotanik Zertifikat Silber Nordbayern

Das Silber-Zertifikat Feldbotanik belegt fortgeschrittene Kenntnisse von einheimischen Gefäßpflanzen. Für das Beherrschen dieser Kenntnisse bedarf es mehrjähriger Geländeerfahrung und Bestimmungspraxis. Die insgesamt 47 Prüfungsarten (32 aus der Silberliste und 15 unbekannte) werden im Fall der krautigen Arten und Gräser in frischer Form vorgelegt werden. Frühjahrsgeophyten legen wir als Herbarbeleg, gegebenenfalls ergänzt um ein Foto, aus, bei Bäumen frische Zweige.

Die aktuelle Artenliste für das BANU-Feldbotanik Zertifikat Silber in Nordbayern haben wir zusammen mit Artensteckbriefen für nahezu alle 400 Arten zusammengestellt.

Die Prüfung zum Silber-Zertifikat Feldbotanik setzt sich aus vier Teilen zusammen (A-D). Für das Zertifikat werden Kenntnisse von 400 Gefäßpflanzen-Arten und deren Familienzugehörigkeit geprüft (Teil A). Des Weiteren wird die korrekte Ansprache von 20 Gattungen (Teil B) und 15 Familien (Teil C) geprüft. Ebenfalls wird Kompetenz im Bestimmen unbekannter Arten eingefordert (Teil D). Als Hilfsmittel für die Prüfungsteile A bis C sind nur Lupen zugelassen. Für den Teil D ist die Verwendung von analogen und/oder digitalen Bestimmungsschlüsseln und Apps erlaubt. Die Hilfsmittel müssen selbst mitgebracht werden, im Falle von bestimmungskritischen Sippen wird für den Teil D einheitliches Bestimmungsmaterial gestellt. 

Artenkenntnis (A)

Die verbindliche Liste enthält 400 Gefäßpflanzen-Arten. Diese besteht aus den 200 Arten
der Bronze-Liste und 200 weiteren Arten, die für die Ansprache von Biotopen und Lebensräumen diagnostisch und wertbestimmend sein können. Geprüft werden der korrekte wissenschaftliche Name (ohne Autor/-en) und die Familienzugehörigkeit einer Art (z. B. Betula pendula, Betulaceae). Alternativ können eindeutige deutsche Namen für Arten, Gattungen und Familien verwendet werden (z. B. Hänge-Birke, Birkengewächse).

Gattungskenntnis (B)

Die folgenden 20 Gattungen sind so zu kennen, dass Arten einer Gattung zugeordnet und
diese benannt werden können:

Bromus / Trespe
Carduus
/ Distel
Centaurea / Flockenblume
Cerastium / Hornkraut
Cirsium / Kratzdistel
Dactylorhiza / Fingerwurz
Epilobium / Weidenröschen
Equisetum / Schachtelhalm
Euphorbia / Wolfsmilch
Festuca / Schwingel
Galium / Labkraut
Lathyrus / Platterbse
Medicago / Schneckenklee
Orchis / Knabenkraut
Poa / Rispengras

Potentilla / Fingerkraut
Rosa / Rose
Rubus / Brombeere
Salix / Weide
Senecio (inkl. Jacobaea) / Greiskraut

Stellaria / Sternmiere
Taraxacum / Kuhblume, Löwenzahn
Trifolium / Klee
Vicia / Wicke

Familienkenntnis (C)

Die folgenden 15 Familien sind so zu kennen, dass Arten einer Familie zugeordnet und diese benannt werden können:

Apiaceae / Doldengewächse
Asteraceae / Korbblütler
Boraginaceae / Raublattgewächse
Brassicaceae / Kreuzblütler
Campanulaceae / Glockenblumengew.
Caryophyllaceae / Nelkengewächse
Cyperaceae / Sauergräser
Fabaceae / Schmetterlingsblütler
Geraniaceae / Storchschnabelgewächse
Juncaceae / Binsengewächse
Lamiaceae / Lippenblütler
Orchidaceae / Orchideengewächse
Poaceae / Süßgräser
Ranunculaceae / Hahnenfußgewächse
Rosaceae / Rosengewächse

Kompetenz im Bestimmen von Arten (D)

Der erfolgreiche Umgang mit analoger oder digitaler Bestimmungsliteratur inklusive Apps wird anhand von dem Niveau entsprechenden Arten, die nicht in der zur Anwendung kommenden Silber-Regionalliste enthalten sind, überprüft. Bestimmungsrelevante Merkmale können am vorgelegten Material erkannt und Bestimmungen validiert bzw. falsifiziert werden.

Bewertung

Die Gesamtpunktzahl beträgt 100 Punkte. Bei Erreichen von 80% der Punkten gilt die Prüfung als bestanden, bei 90% als "mit Auszeichnung" bestanden.

Teil A: Artenkenntnis (80 % der erreichbaren Punkte)
Von den 400 als bekannt vorausgesetzten Arten werden 32 Arten inkl. deren
Familienzugehörigkeit abgefragt (Stichprobe 8 %). Eine korrekte wissenschaftliche
Artansprache ergibt 2 Punkte (= Gattung + Art-Epitheton). Nur die korrekte
wissenschaftliche Gattungsansprache ergibt 1 Punkt von diesen 2 Punkten. Eine korrekte Familienansprache ergibt zusätzlich ½ Punkt. Bei Gebrauch von deutschen Namen ist die
Punktvergabe identisch (Art: 2 Punkte, nur Gattung: 1 Punkt, Familie: ½ Punkt). Die
maximale Punktzahl beträgt für Teil A 80 Punkte.

Teil B: Gattungskenntnis (5 % der erreichbaren Punkte)
Aus den 22 als bekannt vorausgesetzten Gattungen werden fünf einheimische Arten
vorgelegt, die nicht in der zur Anwendung kommenden Silber-Regionalliste enthalten sind.
Die korrekte Zuordnung zur Gattung ergibt 1 Punkt. Die maximale Punktzahl beträgt für
Teil B 5 Punkte.

Teil C: Familienkenntnis (5 % der erreichbaren Punkte)
Aus den 15 als bekannt vorausgesetzten Familien werden fünf einheimische Arten
vorgelegt, die nicht in der zur Anwendung kommenden Silber-Regionalliste enthalten sind.
Die korrekte Zuordnung zur Familie ergibt 1 Punkt. Die maximale Punktzahl beträgt für Teil
C 5 Punkte.

Teil D: Kompetenz im Bestimmen von Arten (10 % der erreichbaren Punkte)
Den Prüfungsteilnehmenden werden fünf Arten vorgelegt, die nicht in der zur Anwendung
kommenden Silber-Regionalliste enthalten sind. Diese können mit analogen oder digitalen
Bestimmungsschlüsseln oder Apps bestimmt werden. Bestimmungsergebnisse können validiert oder falsifiziert und für die Bestimmung relevante Merkmale erkannt und benannt werden. Eine korrekte wissenschaftliche Artansprache ergibt 2 Punkte (= Gattung + Art-Epitheton). Nur die korrekte wissenschaftliche Gattungsansprache ergibt 1 Punkt von diesen 2 Punkten. Dies gilt auch für deutsche Namen. Die maximale Punktzahl beträgt für Teil D 10 Punkte.

 

Detaillierte Prüfungsanforderungen, Curricula und Artenlisten für die Qualifizierung und Zertifizierung von Artenkenner*innen finden Sie zentral unter: www.banu-akademien.de/download-botanik/

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