TP4 Waldquellen als Klimaindikationssysteme

AQUAKLIF_TP4

Von 04/2018 bis 07/2023

Projektleiter: Carl Beierkuhnlein
Mitarbeiter: Timothy Smith

Worum geht es?

AQUAKLIF_TP4: TP4 Waldquellen als Klimaindikationssysteme

Seit mehr als 25 Jahren untersucht der Lehrstuhl für Biogeografie der Universität Bayreuth das Wasser von Quellgebieten in oberfränkischen Wäldern, sowie die rund um diese Sumpfquellen wachsenden charakteristischen Pflanzengemeinschaften. Von der Wasserchemie des Quellwassers - sowie über bestimmte "Indikator"-Pflanzenarten - kann auf ökologische Prozesse im Einzugsgebiet zurückgeschlossen werden. Ziel des Teilprojekts ist es zu ermitteln, ob und wie die Temperatur der Quellen und die dort wachsenden Indikatorarten zusammenhängen, und wie sich Regen- und Quellwassermenge auf die Wassertemperatur auswirken. Weitere Quellstandorte in Steinwald, Oberpfälzer Wald und Bayerischem Wald werden in die Beschreibung der klimatischen Bedingungen bayerischer Waldlandschaften einbezogen.

 

 

...wissenschaftlich formuliert:

Quellen sind die Schnittstelle zwischen Grundwasser und Oberflächenwasser. Insbesondere in den silikatischen Mittelgebirgen, die vorwiegend über flache Aquifere in den pleistozänen Fließerdedecken verfügen, besteht ein enger Zusammenhang zwischen den ökologischen Prozessen in den oft sehr kleinen Einzugsgebieten von Quellen und den Eigenschaften der Quellwässer. Die Verweilzeiten der Wässer im Einzugsgebiet sind relativ kurz, die Anzahl von Quellaustritten ist groß. Insbesondere in Wäldern unterliegen Quellaustritte kaum anthropogenen Störungen.

Bereits 1989 wurden im Fichtelgebirge und Frankenwald jeweils 50 Waldquellen zur Indikation von Stoffausträgen und Klimaeigenschaften von Einzugsgebieten etabliert. Waldquellen verkörpern ausgezeichnete Klimaindikationssysteme. In siedlungsfernen Lagen mangelt es an Wetterstationen. Im jetzigen Vorhaben werden diese Waldquellen nun weiter beobachtet, der Zusammenhang zwischen Temperaturen und Indikatorarten ermittelt, sowie die Auswirkungen von Niederschlags- und Schüttungsschwankungen auf ihr Temperaturverhalten untersucht. Neben den bereits bestehenden Dauerflächen werden weitere Quellstandorte (Steinwald, Oberpfälzer Wald, Bayerischer Wald) stichprobenartig untersucht um die klimatischen Bedingungen der ostbayerischen Waldlandschaften zu charakterisieren.

Darüber hinaus ermitteln wir hydrochemische Eigenschaften der Quellen und bringen diese mit subrezentem sauren Depositionen sowie mit den aktuellen Stickstoffdepositionen in Verbindung. Unser Ziel ist es mit dem Instrument silikatischer Waldquellen ein umfassendes und kostengünstiges Werkzeug zur Einschätzung von landschaftlichen Belastungen zu etablieren, und hierbei die Interaktion mit dem Klimawandel zu ermitteln.



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