Strasburger-Preis für Severin Irl

Strasburger-Preis für Severin Irl

13.09.2017

Dr. Severin Irl erhält den diesjährigen Eduard Strasburger-Preis der Deutschen Botanischen Gesellschaft. Er hat in Bayreuth Geoökologie studiert, 2014 in der Störungsökologie promoviert und forscht heute am Lehrstuhl für Biogeografie.Der alle zwei Jahre verliehene Strasburger-Preis würdigt hervorragende Leistungen von Nachwuchswissenschaftlern aus dem Gesamtbereich der Botanik. Er ist mit 2500 € dotiert und wird von Springer Spektrum gestiftet. Die Verleihung findet am 19. September auf der Botanikertagung in Kiel statt.

Dort wird Severin Irl seine Arbeit in einem Kurzvortrag vorstellen: Warum wachsen Pflanzenarten genau dort, wo sie wachsen? Steuert dies das Klima, oder sind es die topographischen Standortbedingungen vor Ort? In der ökologischen und biogeographischen Forschung sind dies Fragen von zentraler Bedeutung. Dr. Severin Irl ging ihnen auf der Kanareninsel La Palma nach. Die sogenannte isla bonita erreicht eine Höhe von fast 2500 Metern und ist damit hervorragend geeignet, um auf der Landschaftsebene von nur wenigen 100 Quadratkilometern die Effekte von Klima und Topographie auf die Pflanzenvielfalt zu evaluieren. Zusätzlich interessierte ihn, woher diese Diversität grundsätzlich kommt, wie sich also neue Pflanzenarten herausbilden – gerade ozeanische Inseln sind „Biodiversitäts-Hotspots“ und beherbergen viele Arten, die nur hier und nirgends sonst zu finden, sprich auf ihrer Insel endemisch sind.

Die Ergebnisse veröffentlichten Irl und Kollegen im renommierten Fachjournal Journal of Ecology (Ausgabe 103, 2015). Der preisgekrönte Artikel entstand aus einer Zusammenarbeit von Wissenschaftlern der Universität Bayreuth (Arbeitsgruppen Biogeografie/Prof. Beierkuhnlein und Störungsökologie/Prof. Jentsch) und zwei spanischen Universitäten (Teneriffa und Sevilla). Die Autoren zeigen, dass es sich lohnt, verschiedene Aspekte der Diversität gesondert zu betrachten. Während der Gesamtartenreichtum in statistischen Analysen jeweils zu gleichen Teil durch Topographie und Klima erklärt werden kann, findet sich die größte Vielfalt an insel-eigenen Endemiten an steilen, unzugänglichen Wuchsorten, ihr höchster prozentualer Anteil dagegen im rauheren Klima der Hochlagen. Hier ist die Dynamik der Artbildung am größten, da mit der Höhe die Isolation von vergleichbaren Wuchsorten den genetischen Austausch verhindert und unbesetzte ökologischen Nischen zur Artbildung anregen.

Um bei der Ausweisung von Schutzgebieten sowohl Hotspots der Artenvielfalt als auch der Artbildung zu schützen, sollte daher auf eine ‚Diversität an Diversitätsindizes’ wertgelegt werden – eine wichtige Erkenntnis für die Praxis!



http://www.uni-bayreuth.de/de/universitaet/presse/pressemitteilungen/2017/109-eduard-strasburger-preis/
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