Zukünftige Risikogebiete von Zoonosen: Einbindung ökologischer Zusammenhänge in die Verbreitungsmodellierung

Zoonose RISKTOOL

Von 10/2013 bis 09/2014

Projektleiter: Carl Beierkuhnlein
Mitarbeiter: Stephanie Thomas, Nils Tjaden, Anja Jaeschke

Die aktuellen Entwicklungen der europäischen Ausbreitung von Arthropoden sowie das autochthone Inerscheinungtreten bislang nicht als relevant erachteter Pathogenen unterstreichen die Wichtigkeit und Dringlichkeit fundierter Projektionen bezüglich der künftig zu erwartenden Entwicklungen.

Der Grundgedanke der Identifizierung von aktuellen und zukünftigen Zoonose-Risikogebieten ist die Kombination des ökologischen Wissens zu Erreger, Vektor und Wirt. Da Wissenschaftsdisziplinen zunehmend spezialisiert sind, befassen sich auch einzelne Wissenschaftler oft nur mit ausgewählten Aspekten der Infektionskette. Im Pilotprojekt Zoonose RISKTOOL, gefördert von der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen, wollen wir aufbauend auf unseren intensiven Vorarbeiten, hierzu methodische Entwicklungen vorantreiben und praxisorientierte Modellierungsprodukte bereitstellen. Die Zusammenführung von Kenntnissen in einem interdisziplinären geostatistischen Ansatz anhand des Beispiels Stechmücke/Virus/Mensch kann als eine methodische Basis für künftige Risikoabschätzungen auch in anderen Krankheitssystemen dienen.

Die Erarbeitung eines Zoonose Risiko Tools wird verdeutlichen, welche Qualität und Quantität Daten haben müssen, um zielführend in eine Modellierung einzugehen. So kann es erforderlich sein, beispielsweise die Anzahl und Verteilung von Mücken-Fallenstandorten im Gelände zu definieren oder das experimentelle Design der Bestimmung der Extrinsischen Inkubationsperiode eines Virus anhand der anschließend geplanten Modellierung festzulegen. Aufgrund des gemeinsamen Zieles der Erstellung von Risikokarten entsteht eine „Bindeglied“-Wirkung zwischen Wissenschaftlern, die im Feld, im Labor oder an Modellierungen arbeiten.

Die eingesetzten experimentellen Methoden und Modellierungsmethoden werden so aufbereitet und dokumentiert, dass sie als Basis für die Identifizierung von Risikogebieten weiterer Zoonosen eingesetzt werden können. Zwischen- und Endprodukte des Pilotprojektes werden sowohl in Form von Karten oder als Software-Skripte online zur Verfügung gestellt. Das erlangte Wissen zur Identifizierung von Zoonose-Risikogebieten wird in einer „Science School“ in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl Biogeografische Modellierung an der Universität Bayreuth weitergegeben.



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