Taube, J: Vorkommen von Pflanzenschutzmitteln im Bioabfall und Verhalten ausgewählter Pflanzenschutzmittel in anaeroben und aeroben Prozessen in Bayreuther Institut für Terrestrische Ökosystemforschung (BITÖK): Bayreuther Forum Ökologie, Selbstverlag, 86, - (2001)
Abstract:

Pflanzenschutzmittel (PSM) werden weltweit zur Ertragssteigerung und Krankheits- bzw. Verderbnisprävention in allen Sparten der Landwirtschaft eingesetzt. Der weltweite Handel mit Agrargütern führt daher zwangsläufig zu Produkten auf dem deutschen Markt, die Rückstände an PSM enthalten. Die nicht verwertbaren sowie unbrauchbar gewordenen Anteile dieser Produkte bilden die Fraktion des organischen Abfalls. Seit Inkrafttreten der Technischen Anleitung Siedlungsabfall (TASi) im Jahr 1993 darf dieser organische Abfall nur noch einen geringen Anteil am Restmüll ausmachen. Die Bioabfallverordnung von 1998 schreibt die Behandlung dieser Abfälle durch die biologischen Verfahren der aeroben Kompostierung oder der anaerob durchgeführten Vergärung vor. Das resultierende erhöhte Aufkommen an Bioabfallendprodukten sollte zur Absatzsicherung einer Qualitätssicherung im Hinblick auf Nährstoffgehalt, aber auch im Hinblick auf die Belastung mit Schadstoffen unterzogen werden.

In dieser Arbeit werden einzelne Bioabfallfraktionen auf Ihren Gehalt an PSM untersucht. Aus diesen Ergebnissen ließ sich die Gesamtbelastung von Bioabfällen mit PSM abschätzen. Weiterhin werden Hauptkontaminanten und Haupteintragspfade sowie Belastungen mit nicht zugelassenen PSM aufgezeigt.

Untersuchungen zum Abbau- und Verteilungsverhalten ausgewählter PSM in kombinierten anaerob-aeroben Reaktorexperimenten zeigen, dass während des Behandlungsprozesses nicht von einer vollständigen Eliminierung der PSM ausgegangen werden kann. Ferner kommt es zu einer Bildung gebundener Rückstände oder lediglich zu einem teilweisen Abbau der Kontaminanten, obwohl die Reaktorexperimente über einen deutlich längeren Behandlungszeitraum durchgeführt wurden, als es in technischen Anlagen üblich ist.

Anhand dieser Ergebnisse und der von Untersuchungen zum Einfluss von wichtigen Kenngrößen des Bioabfallbehandlungsprozesses wie pH-Wert, Temperatur und Organische Substanz wurde die PSM-Belastung des Endproduktes Gärschlamm berechnet und damit auch die Menge, die durch die Verwendung des Gärschlamms als Düngemittel verdeckt in den Boden eingetragen würde.



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